Corona Interview mit Roman Szeliga

Gar nicht so leicht zu sagen wer Roman Szeliga ist. Denn er ist so vieles gleichzeitig! 🙂 Unter anderem ein Top Keynot Speaker, Arzt, Mitbegründer der CliniClowns, aber auch preisgekrönter Zauberkünstler. So sind unterschiedliche, sehr interessante Perspektiven in die Beantwortung meiner fünf Fragen eingeflossen. 

Viel Spaß beim lesen! 🙂

Wie hast du die Pandemie bisher persönlich erlebt? Was hat es für dein Leben bedeutet?

Ich war die Jahre davor extrem viel unterwegs, und wollte es 2020 ein wenig ruhiger angehen. So ruhig aber dann doch wieder nicht. 🙂 Nach einer kurzen Schockstarre, habe ich dann relativ rasch mit meinem Team coole Kommunikationstrainings online entwickelt, wo natürlich auch überraschende magische Elemente wohldosiert ihren Platz fanden. Ich habe während der Pandemie vor allem gelernt, das Verzicht nicht immer gleich Verlust bedeutet, dass wir alle unheilbar sozial sind und wir als Menschen entdeckt haben, uns in kurzer Zeit auf neue Situationen anpassen zu können, um das Beste daraus zu machen. Der Herr Darwin hatte schon Recht…

Wie bist du als Künstler mit der Situation umgegangen? Was hatte Erfolg und was eher nicht?

Natürlich macht es was mit einem, wenn der Flow der Auftritte in kürzester Zeit auf gestoppt wird und man relativ hilflos der Situation gegenübersteht. Am meistens hat mich und meine Agentur, – ich habe ja die Event-und Kommunikationsagentur Happy&Ness, die Planungsunsicherheit getroffen. Hier hat es aber am meisten geholfen flexibel im Denken zu bleiben und neues auszuprobieren, mutig zu sein, bestehende Pfade zu verlassen. Nicht Passagier der Krise zu sein, sondern Pilot. Nach wie vor die Leichtigkeit, die Achtsamkeit und die Dankbarkeit hier fest im mentalen Fokus zu haben waren sicher auch Erfolgsfaktoren hier nicht im Jammertal unterzugehen. Ansteckende Zuversicht war und ist das beste Gegenmittel gegen ansteckende Frustration.

Wenn du die Zeit zurück drehen könntest, gibt es etwas, das du aus jetziger Sicht anderes machen würdest?

Ich bin ja Arzt und war halt in vielen Bereichen schneller und fundierter informiert als andere. Ich habe auch einige sehr positive Gespräche mit Menschen geführt die Angst vor dem Virus oder Angst vor der Impfung haben um sie zu verstehen und Ihnen hier mit Rat und Tat Sicherheit zu geben. Das fand ich sehr wichtig und auch bereichernd. Was ich nächstes Mal sicher früher tun würde – mich nicht so intensiv mit Verschwörungstheoretiker und Aluhuträgern zu beschäftigen, um sie von wissenschaftlicher Evidenz zu überzeugen. Das kostet nur viel Energie und bringt leider gar nichts. Mein Fazit daraus: Jeder hat recht auf eine eigene Meinung, aber niemand hat recht auf eine eigene „Wissenschaft“. Mein persönliches Learning daraus: Ich höre lieber auf Wissenschaftler, die sich mal irren, als auf Irre, die sich für Wissenschaftler halten.

Wie hat sich die Pandemie aus deiner Sicht auf die Zauberkunst ausgewirkt? Wo gab es die größten Veränderungen?

Ich finde es toll, wie manche Kollegen hier in kürzester Zeit die Digitalisierung genutzt haben und hochqualitative Online Formate aus dem Hut gezaubert haben. Ich glaube viele haben aber auch gemerkt, wie sehr Ihnen der Livekontakt mit ihrem Publikum fehlt, welcher auch durch die beste Technik nicht ersetzbar ist.

Ich habe doch in den letzten 2 Jahren ca. 60 Vorträge online gehalten, bei denen ich auch magische, interaktive und verblüffende Elemente eingebaut habe. Ja. sie waren erfolgreich, die Feedbacks waren sehr gut. aber dennoch hält sich meine Liebe dazu in Grenzen. Live ist Live und ist für mich durch nichts zu ersetzen. Wenn ich nur in eine Kamera agieren oder sprechen wollte, wäre ich wohl Nachrichtensprecher geworden. Bin ich aber nicht.

Welche Veränderung in der Welt, die durch die Pandemie entstanden sind, werden deiner Meinung nach auch in Zukunft erhalten bleiben?

Ich glaube, generell wird sich das Beste aus beiden Welten, also digital und live auch in der Zauberkunst etablieren. Hybride Formate, wenn sie gut gemacht sind, nämlich wirklich wie TV-Shows werden mehr werden.

Das Erfolgsgeheimnis wohl dahinter wie bei unseren Live Acts: Die Zuschauer müssen Emotionen spüren, Teil der Performance sein, es muss einfach Energie fließen. Bin gespannt. was die nächsten Jahre hier bringen werden.

www.roman-szeliga.com

Fotocredit: Christian Husar

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