Corona Interview mit Lucca Lucian

Den Vize-Weltmeister und Europameister der Mentalmagie, Lucca Lucian sieht man ja meist zusammen mit seiner Frau Anca auf der Bühne. Aber er war einverstanden, mir ein Solo-Interview zu geben und meine fünf Fragen zu beantworten. 😉

Viel Spaß beim lesen!

Wie hast du die Pandemie bisher persönlich erlebt? Was hat es für dein Leben bedeutet?

Beruflich kam die Pandemie für Anca und mich zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Wir waren gerade auf dem Weg zurück von Filmaufnahmen in Los Angeles und mussten in weiterer Folge TV-Auftritte, Show-Touren durch Frankreich und Indien ebenso ad acta legen, wie unsere regelmäßige Salonmagie-Show im Park Hyatt Vienna immer wieder absagen. Andererseits hat es uns wertvolle Zeit mit unseren Kindern geschenkt, die wir so nie gehabt hätten. Wir sind in ein größeres Haus mit eigener Probebühne gezogen, das ist viel wert. Ganz allgemein war ich erstaunt, welche Abgründe sich in diversen Diskussionen über Corona aufgetan haben. Das war schon mehr eine Pandemie der Unlogik und des Unverständnisses. Unsere Gesellschaft hat größere Bildungsdefizite, als mir bewusst war. Da bleibt einem nur noch das Credo: nicht ärgern, nur wundern.

Wie bist du als Künstler mit der Situation umgegangen? Was hatte Erfolg und was eher nicht?

Ich habe die Online-Shows bewusst ausgelassen, mir aber darüber Gedanken gemacht, welche langfristige Auswirkungen die Digitalisierung für unsere Branche bedeutet. Ich bin überzeugt davon, dass Virtual Reality in den nächsten Jahren eine Revolution auch für die Zauberkunst einleiten wird. Das möchten wir auch für uns selbst nutzen. Live-Auftritte werden aber niemals aussterben. Natürlich mussten auch wir viele Auftritte in TV-Studios für Firmen machen. Diese Hybrid-Evens haben großen Spaß gemacht und ich war überrascht, wie professionell einige Firmen dies umgesetzt haben. Mit unserer Salonmagie-Show sind wir ein paar Mal in andere Locations ausgewichen, weil das Hotel strengere Auflagen hatte. Die Theatershow im Theater Akzent mussten wir sogar dreimal wegen eines Lock-downs verschieben, konnten sie aber letztlich doch im November 2021 wieder aufnehmen.

Wenn du die Zeit zurück drehen könntest, gibt es etwas, dass du aus jetziger Sicht anders machen würdest?

Weniger essen und mehr in Immobilien investieren. Aber ernsthaft: Ich war anfangs etwas zu optimistisch, was die Dauer der Pandemie anbelangt. Hätten wir das von Anfang an gewusst, hätten wir vielleicht gleich von Beginn an mehr Zeit in Asien und Amerika verbracht. Aber Leben ist bekanntlich das, was passiert, während man andere Pläne macht.

Wie hat sich die Pandemie aus deiner Sicht auf die Zauberkunst ausgewirkt? Wo gab es die größten Veränderungen?

Zauberkunst ist bestimmt auf Social Media und im Internet präsenter geworden. Alles was zur Popularität beiträgt, hilft uns allen in einer Form oder der anderen. Für diejenigen, die auch abseits eines Bildschirms gut zaubern können, war das sicher langfristig ein Booster.

Welche Veränderung in der Welt, die durch die Pandemie entstanden sind, werden deiner Meinung nach auch in Zukunft erhalten bleiben?

Langfristig nicht allzu viel, das lehrt die Geschichte. Eine Ausnahme sehe ich aber jedenfalls. So manche Firmen haben durch Erfahrung gelernt, dass man nicht unbedingt für jedes Meeting in eine andere Stadt fliegen muss. Das ist gut fürs Budget und die Umwelt.

www.mra.at

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

WhatsApp chat