Protrait WOW Review

Heute mal zum einem neuen Kunststück, bei dem schon einige auf das Review warten. Kein Wunder, ist es doch ein wenig teurer und man möchte hier natürlich so weit wie möglich vorher wissen, ob es denn auch hält, was es verspricht. Somit, legen wir los und werfen wir wie immer zuerst mal einen Blick in den Trailer…

Portrait WOW Trailer

Wer das WOW Gimmick kennt, dem ist natürlich sofort klar, was hier vor sich geht. Und was das angeht, ist auch nicht viel mehr dazu zu sagen. 😉 Mir gefällt die Idee gleich aus mehreren Gründen. Zum einen ist hier an der Größe des Objekts geschraubt worden. Da es ja trotzdem noch klein und flach ist, bleibt es allerdings weiterhin null Gepäck, lässt sich aber so für eine viel größere Zahl Zuseher verwenden. Das schwarze, stark gezeichnete Strichmännchen auf weißem Hintergrund ist zusätzlich sehr gut sichtbar. Wesentlich besser als so manch Spielkarte beim klassischen WOW Gimmick! Und da du es in der Routine wie eine Art Klemmbrett verwendest, wird es wesentlich motivierter ins Spiel gebracht.

Die Tatsache, dass Zetteln statt Spielkarten verwendet werden, gibt zudem die Möglichkeit für mehr unterschiedliche Spielvarianten und daraus resultierenden Routinen. Und, dass hier gleich für die Standard Routine eine zweite ungimmickte Hülle dazu gegeben wird finde ich top!

Bevor ich so ein Gimmick auspacke, schaue ich natürlich mal brav in die Erklärung. In diesem Fall ein Onlinevideo. Hier stößt man auch schon aufs erste Hindernis. Es steht nämlich nirgendwo der Link! Alles was man vorfindet ist ein QR Code. Von dem habe ich nix, wenn ich das ganze am PC starten möchte, um mir das Video auf dem großen Bildschirm anzusehen. Es bleibt einen also nichts anderes übrig, als das Handy auszupacken, den QR Code Reader zu starten, sich so den Link zu holen und dann, falls man es sich so wie ich eben nicht auf dem Handy ansehen möchte, zum Beispiel per Email an sich selbst zu schicken um es dann letztendlich am PC öffnen zu können.

Was Menschen ohne Smartphone machen, oder andere die schlicht mit dem QR Code nichts anfangen können scheint hier niemanden interessiert zu haben. Wer es bei mir kauft, dem lege ich natürlich gerne ein Zettelchen mit dem entsprechenden Link mit dazu. 😉

Nachdem man diese Hürde überwunden hat, startet sich ein nicht ganz 17 Minuten langes Video. Um es kurz zu fassen, das ist echt enttäuschend. Es beginnt mit mehreren Routinen. Allerdings ist bei diesen der Ton durch Musik ersetzt und es gibt auch keine Untertitel. Dauern tun sie jeweils ca. 30 Sekunden, wo man in etwa eine Idee bekommt, was hier technisch abläuft. Die erste ist dabei noch die sinnvollste. Auf anderen werden zum Beispiel Techniken gezeigt, die einem die Hülle vom Zuseher vollkommen unmotiviert aus der Hand nehmen und danach wieder zurück geben lassen.

Hier wurde scheinbar schnell irgendwas dazu gepfuscht, damit es nach mehr aussieht. Auch Ideen wie zum Beispiel dem Zuseher ebenfalls ein vorgezeichnetes Strichmännchen zu geben, das er dann ausmalen soll, damit die beiden danach Platz tauschen sind eher eigenartig. So ein Strichmännchen kann man halt einfach nicht ausmalen und genauso blödsinnig sieht es dann auch aus.

Es geht weiter mit einer Erklärung, was man tun muss wenn das Ding einmal nicht mehr so gut funktioniert. Mit einem einfachen, festeren Papierstreifen lassen sich so manch Probleme wie es scheint schnell in den Griff bekommen. Wäre nett gewesen, wenn so einer dazu gelegt worden wäre. Die Erklärung sieht man einmal mit englischsprachigen Untertiteln und dann beginnt sie plötzlich wieder von vorne. Man sieht sie sich also danach nochmal mit asiatischen Untertiteln an. Die letzten acht Minuten gibt es dann tatsächlich noch ein wenig Erklärung mit englischsprachigen Untertiteln übersetzt. Allerdings retten die das Ganze auch nicht mehr wirklich.

Die Erklärungen, die zu magischen Produkten geliefert werden, verlieren scheinbar immer mehr an Bedeutung. Eine Entwicklung die ich nicht gerade gut finde. Für mich persönlich haben sie eine Funktion, die weit über die rein technische Beschreibung der Requisiten und Gimmicks hinaus gehen. Zumindest könnten sie das. Von zusätzlichen Know How, über inspirierende Ideen bis zum historischen Hintergründen könnten sie einen wertvollen Beitrag für die Zauberkunst leisten. Sind sie so gemacht, wie bei Portrait WOW, werten sie das Produkt eher ab.

Der vorhin angesprochene fehlende Papierstreifen ist tatsächlich ein wenig ärgerlich. Denn packt man das Gimmick nun aus, kann es einem schnell so wie mir gehen und das Ding funktioniert einfach nicht. Also beginnt man im Zimmer zu suchen, bis man Papier in der richtigen Größe und Stärke findet, um das ganze zum laufen zu bringen. Folgt man den Ratschlägen aus dem Erklärvideo, klappt es dann irgendwann auch.

Nicht nur der Pappierstreifen fehlt hier. Ein paar vorgeschnittene Zettel sind dabei. Hätten für meinen Geschmack ein paar mehr sein können. Die Klemmen, die im Trailer zu sehen sind, muss man sich ebenfalls selbst dazu besorgen. Alles machbar, aber eigentlich möchte man es ja auspacken und ausprobieren. 😉

Nachdem ich jetzt einige Zeilen lang rumgejammert habe, am Ende mag ich das Produkt. Wenn man es mit wenig Aufwand zum laufen gebracht und alles notwendige besorgt hat lassen sich damit wirklich coole Routinen für den Close Up und Salonbereich kreieren. Die Verwandlung ist wie beim klassischen Wow, super einfach und äußerst visuell! Zudem sind die Zeichnungen wirklich nette Give Aways, die man dem Zuseher danach mitgeben kann. Möchte man es ein wenig aufwendiger gestalten eventuell in einen kleinen Papier-, oder gar Holzrahmen? Dann wird da ein tolles Geschenk draus!

Während ich hier schreibe, kommen mir schon die ersten Ideen in den Kopf und ich bin mir recht sicher, dass ich es schon bald mal in einer Show einsetzen werde. Man muss es positiv sehen, je weniger Routinen von der Stange hier mitgeliefert werden um so weniger andere werden es herzeigen und umso einzigartiger wird das, was man selber draus macht. 😉

Und hier geht’s zum Produkt…

Portrait Wow by Katsuya Masuda and Roman Garcia

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