Inspiration – Ein heiteres Frage- und Antwort-Spiel

Herzlich willkommen zu einem neuen Inspirations-Artikel. Es ist oft lustig, wie sich durch Zufälle manch Dinge im Kopf wie ein Puzzle-Spiel von selbst zusammenfügen. Mir ist es die letzten Tage so gegangen. Und alles hat mit der Suppe angefangen, die meine Frau gekocht hat.

In diese spezielle Suppe gehört nämlich eine Zutat, die man sonst nicht so häufig in Suppen findet, Walnüsse. Also hatte ich auf dem Einkaufszettel meiner Frau “ganze Walnüsse” stehen. Sie meinte damit natürlich einfach nur nicht geriebene. In der Gemüseabteilung lagen aber gerade komplette, nicht ausgelöste Nüsse, landeten somit im Einkaufswagen und wurden mit nach hause genommen. 

Walnüsse sind eigentlich ein unterschätztes Requisit in der Zauberei. Zum einen, sind sie was lebendiges, was immer einen besonderen Touch gibt. Wir kennen das von vielen anderen Kunststücken. Geldschein in Zitrone wäre nicht mal halb so gut, würde man stattdessen Geldschein in Tennisball vorführen. Zudem sind Walnüsse sehr gut mit simplen Werkzeug zu bearbeiten, man kann sie gut einstecken und sie sind gut manipulierbar. Kurz, da lässt sich mehr draus machen als ein Hütchenspiel!

Ich bin die letzten Tage immer wieder mit Ideen abgeschweift, was ich mit den restlichen Nüssen anstellen könnte. Und gestern Abend habe nicht ich die Idee gefunden, die Idee hat mich gefunden. Ich blätterte in einem alten Buch Namens “Neue Zaubereien und Kartenkunststücke” von einem gewissen U. Raffelsberger. Leider konnte ich über den Herren und über das Buch nicht wirklich viel mehr rausbekommen. Der Verlag “Rudolphsche Verlagsbuchhandlung Dresden” wurde Ende des 19ten Jahrhunderts gegründet und existierte bis in die 60er Jahre des 20sten Jahrhunderts. Irgendwann da scheint es somit erschienen zu sein. Fündig wurde ich bei eine Beschreibung in der Mitte, die den Namen “Ein heiteres Frage- und Antwort-Spiel” trägt.

Ich begann also folgendes zu lesen: Zu diesem Spiel benötigt man eine Anzahl ganz weißer Kartenblätter, sowie eine in zwei gleiche Teile geteilte Walnuß. Aus jeder dieser Hälften entfernt man so viel vom Kern, daß man dann ein etwa fingerbreites und zwei Zentimeter langes Papierkügelchen zusammengelegt oder gerollt verbergen kann. Wenn man die beiden Hälfte der Walnuß aufeinander legt, darf deren Trennung absolut nicht wahrnehmbar sein. Auf die weißen Kartenblätter schreibt man vorher beliebige Fragen. Etwa 8 – 10 Blätter hält man aber abgesondert und schreibt auf jedes von ihnen ein und dieselbe Frage, z.B. “Bin ich tugendhaft?”.

Die Zusatzblätter, auf denen immer dieselbe Frage steht, dienen natürlich später einer Force, genau dieser. Die passende Antwort steht auf dem Zettel in der Nuss, die natürlich wieder zusammengeklebt wurde. Die vorbereitete Nuss wird im Laufe der Routine gegen eine Nuss getauscht, die vom Zuseher gewählt wurde. Wird sie nun geöffnet, findet er darin die passende Antwort zu seiner “frei” gewählten Frage. Im Beispiel im Buch lautet diese: So lange keine Versuchung an mich herantritt.” 😉

Beim lesen musste ich an die Routine denken, die ich vor langer Zeit einmal bei Michael Ammar gesehen habe. Dabei wurden zwei Dollar Scheine in jeweils  zwei Teile gerissen und eine Hälfte von jedem verwandelte sich, unter einem Tuch, in eine ausgelöste Erdnuss. Ein Zuseher konnte tatsächlich frei, aus einem  Sackerl voller Erdnüsse eine wählen und diese selbst öffnen. Darin befanden sich natürlich die zwei passenden Hälften. Eine sehr clevere Routine, die nur einen Nachteil hatte. Die Vorbereitung! Nun, wenn es der Trick Wert ist, dann sollte man nicht vor ein wenig Mehraufwand bei der Vorarbeit zurückschrecken. Hier kam halt noch dazu, dass man für jede im Sackerl vorhandene Nuss einen Geldschein opfern hätte müssen. Das geht natürlich bei 1-Dollar-Scheinen. Bei uns bräuchte man zumindest 5 Euro. Pro Nuss! Mir war der Aufwand dann doch einen Tick zu viel. 😉

Ganz anders sieht das bei dieser Routine aus, die ich nun vor mir hatte. Einmal alle Walnüsse öffnen, ein Zettelchen rein und danach wieder zusammenkleben kostet nur einmal ein wenig Zeit. Danach hat man aber einen riesen Vorteil. Palmiert man am Anfang eine, zwei oder auch drei Nüsse in den Händen, kann man diese scheinbar aus einem Sackerl voller Walnüsse rausnehmen und nebenbei ins Publikum geben. Danach hat der Zuseher tatsächlich die Freie Wahl, welche Nuss er sich aussucht, kann diese sofort selbst öffnen und den darin enthaltenen Zettel rausnehmen.

Wie ich den Namen der Routine im Buch gelesen habe, musste ich übrigens gleich auch an eine ganz andere Routine denken, das Superquiz von Boretti. Dabei ziehen zwei Zuseher abwechselnd Fragen, die sie beantworten sollen. Der eine erwischt aber immer unglaublich leichte Fragen, der andere dementsprechend Fragen die niemand beantworten kann. Dies wahr wohl dann auch der Schlussstein für die Routine, die nun in meinem Kopf entstanden ist und die ich hier mit euch teilen möchte. Folgendes soll sich dabei abspielen…

Der Zauberkünstler tritt vors Publikum. Auf dem Tisch steht eine große Schüssel mit Walnüssen. Der Künstler erzählt, über die unglaubliche Gedächtnissteigerung, die möglich ist, wenn man regelmäßig Walnüsse isst. Das Innenleben so einer Nuss sieht schließlich nicht grundlos wie ein Mini-Hirn aus! Dabei werden nebenbei ein paar Nüsse ins Publikum geworfen. Viagra für den Geist, 100% natürlich! Die Zuseher erhalten einen Nussknacker dazu, dürfen diese öffnen und essen.

Nun möchte der Künstler natürlich demonstrieren, wie gut seine Walnuss Diät funktioniert. Dazu holt er einen Zuseher zu sich und lässt ihn, für jeden Zuseher der eine Nuss bekommen hat, aus einem Stapel Kärtchen jeweils ein Kärtchen ziehen. Auf jedem steht eine Frage, die einem Zuseher nun gestellt wird. Natürlich sind dies in Wahrheit alles mehr als einfache Fragen. Welche Farbe hat eine Orange? Wieviel Beine hat ein Hund? Ist das Dach bei einem Haus oben oder unten? Selbstverständlich werden alle Zuseher, die gerade eine Nuss gegessen haben, die Fragen beantworten können!

Und nun möchte auch noch der Künstler seine Fähigkeiten unter beweis stellen und lässt noch eine Frage für ihn ziehen. Doch diese ist bei weitem nicht so einfach! Sie lautet nämlich: Wie groß ist der Umfang des Äquators? Der Zauberer ist für einen kurzen Moment verzweifelt, aber es gibt etwas, dass hier helfen kann! Natürlich, einfach eine weitere Nuss! Er bittet den Zuseher somit noch eine Nuss aus der Schüssel zu nehmen, übergibt ihm den Nussknacker und lässt diese öffnen. Doch zu seinem Erstaunen befindet sich im Inneren der Walnuss nicht der Kern, sondern ein Zettel. Und auf dem steht die richtige Antwort! Der Umfang des Äquators  beträgt 40.075,017 Kilometer.

So in etwas sieht sie aus, die Routine die mir im Kopf rum schwirrt. Ich denke, ich werde jede Menge Spaß damit haben! 😉 Wenn du noch Ideen hast, die dazu passen könnten, würde ich mich natürlich freuen, wenn du uns diese in ein Kommentar dazu schreibst. 

Viel Spaß beim ausprobieren!

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